„Kunst ist für mich ein Privileg,

ein Segen und eine Erleichterung",

sagte Louise Bourgeois.

Und war Ihr wichtigstes Lebenselixier.

 

„Das Atelier wird

zur Bühne, zur Orchestra der alten Griechen,

zum Tanzplatz des Chores oder wie im Französischen zum Orchestre,

zum Spielplatz der Musik.

(Prof. Dr. Eugen Blume, Quelle: in Was ist der Sinn?

in Schimansky, Hanns: Mikrokanonisches Orchester,

Leonhardi-Museum, Dresden, 2014, Seite 4)

 

„Man malt nie, was man sieht oder zu sehen glaubt.

Man malt mit tausend Schwingungen

den Schlag, den man erhalten hat.

(Stael, Nicolas de: Mainpost vom 28.12.2015, Seite 21)"

 

Arbeitstitel:

 

Beobachtungen des Nachts  –  eine Kulturgeschichte vom Transit


Wie klingt bewegte Farbe im Raum?

Eine Untersuchung des Zusammenspiels von Bewegung  ∙  Farbe  ∙  Klang  ∙  Raum und vom Traumzustand genannt hier Schwebezustand.

 

Bei dem Herstellen von Farbigen Arbeiten auf Papier wurde mir klar, dass ich hierbei mindestens zwei unterschiedliche Wahrnehmungssysteme bearbeite, die ich während des Entstehungsprozesses gleichzeitig verknüpfe. Zum einen sind es die äußeren Elemente, die die Realität und Oberflächen der Dinge verkörpern. Von ihnen gehen Schwingungen und Resonanzen aus. Zum anderen sind da, die inneren Bilder, die aus einem Prozess mit Farbe, Innenraum und Papier entspringen. Diese Dualität generiert das Spannungsfeld meines künstlerischen Tuns.

 

Die Spaltung zwischen Außen und Innen ist aufgehoben. Somit übernehme ich die Funktion eines bewegten Beobachters. Dieser wechselt, einerseits zwischen den Resonanzen des Gehirns bzw. der mentalen Vorstellungskraft und anderseits den tatsächlichen Erscheinungen auf dem Papier. In mir keimt die Frage auf: Wie klingt bewegte Farbe im Raum? Ohne bereits eine wirkliche Antwort darauf zu haben, möchte ich anhand von Beispielen von unterschiedlichen Künstlern wie bei El Lisitzkij die Prounenwelt oder wie bei György Ligeti die Arbeit mit Clustern, ihre Ansätze aufzeigen und mit meinen Methoden vergleichen!

 

Damit möchte ich nun den Bogen zu dem eigentlichen Thema der Arbeit schlagen:

 

Wie entstehen Bewegungsverläufe im inneren System des Menschen und wie manifestieren sich diese Bewegungen der inneren Strukturen im Außen, ob auf dem Papier oder im Raum? Wodurch wird dieser Prozess in Gang gesetzt und wie kann die Wahrnehmung stimuliert werden? Die Aufgabe meiner Arbeit besteht weiter darin den Bogen zu spannen – von der gleichzeitigen Wahrnehmung der Sinne zum gleichzeitigen Manifestieren der Zustände bzw. Orte. Dabei möchte ich nicht aus dem Auge verlieren, dass diese Zustände bzw. Orte des Transits vergleichbar im Sinne von Passage und Durchgang sind. Die Frage nach dem Anfang und nach dem Ende stellt sich hier nicht, wir befinden uns direkt im Tauchstadium.

Ich will deshalb versuchen, in das grundlegende Erkennen sowie Begreifen von Welt, anhand von Beispielen zum Thema: Bewegung – Farbe – Klang – Raum und vom Schwebezustand, mich zu begeben, um dadurch konkreter zu werden. Somit stellt sich die Frage nach dem transitorischen Moment mit gleichzeitigem Bewusstsein für Augen-, Ohren-, Tast-, sowie Geruchs- und Geschmackssinn.

 

Wie verknüpfen sich in diesem Zusammenhang dieser Kulturgeschichte die Synapsen neu und reagieren damit auf das Phänomen der Synästhesie?

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