Zur Wende war ich 10 Jahre alt, jetzt 20 Jahre später, bin ich 30 Jahre.

 


Beim Sich-auf-den-Weg-machen ändere ich erst meinen Platz und dann – unterwegs – ändert der Ort mich. So bringe ich die Ferne in den heimatlichen Alltag und das Heimatliche in den fernen Alltag. Die Kraft des Eindringens in die Ferne geschieht bei einem längeren Aufenthalt an dem gewünschten Ort. Eine Vorstellung entwickelt sich bei mir, wie ich die Ferne auf meine eigene Art und Weise entdecken sowie eine Form finden kann, dass meine Bilder sich neu zu formen beginnen. Auf Reisen zieht es mich immer wieder, sei es innerhalb von Deutschland zwischen meiner Heimat Dresden, oder nach Frankreich (Marseille, Paris), Italien (Neapel, Rom) und Polen (Krakau). Das Unterwegssein, besonders im Zug, und das damit verbundene verlangsamte Ankommen in der jeweiligen Stadt verschafft mir ein Gefühl von Wohlbehagen. Durch den Aufbruch wird das Eigene als anders empfunden und generell die Andersartigkeit festgestellt. Das Auswählen des Reisegepäckes bekommt für mich eine Gewichtigkeit. Gewisse Rahmenbedingungen werden vorgegeben, auf bestimmte Ressourcen lege ich mich fest, ein intensiveres Ausschöpfen derer ist möglich. Durch dieses Vorgehen gelange ich zu mehr Tiefe. Aus der Ferne bleibt das Andere undurchdringlich.

 

© Frank K. Richter-Hoffmann  |  Dresden, 2009

 


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